Innerhalb der letzten 2 1/2 Jahre, mit Beginn meiner zeit in Bali, hat sich in vielerlei Hinsicht ein Paradigmenwechsel in meinem Denken vollzogen und hält noch bis heute an. Momentan befinde ich mich wohl immer noch zwischen den Welten. Nach wie vor halte ich an altem Fest, bin aber gleichzeitig drauf und dran eben diese alten Überzeugungen durch neue, aktuellere und vor allen konstruktivere zu ersetzen. Die Krux an diesem Prozess ist, dass mein eingeschlagener Weg  nicht dem entspricht, was die Mehrheit praktiziert und lebt. Jeder Glaubenssatz, der mit einer Vielzahl an Menschen geteilt wird, ist meines Erachtens nach schwer zu verändern. Denn die Macht der Massenmeinung hat zumindest bei mir einen noch immer großen Einfluss.

Wenn man wie ich über 21 Jahre sich weitestgehend an der Masse orientiert, und deren Konventionen und Maßstäbe als die eigenen übernimmt, ist es denkbar chaotisch, wenn man Stück für Stück durch neue Einflüsse die geglaubten Wahrheiten kritischer und vielmals auch als Mogelpackungen wahrnimmt. Denn diese gefestigten Glaubenssätze sind nun ja auch ein Teil unserer Identität, eine Form der Sicherheit und auch ein roter Faden im Leben, an dem man sich zumindest einmal orientiert. Brechen diese fundamentalen Überzeugungen langsam aber sicher weg, dann ist man nach meiner Erfahrung zumindest einmal ziemlich gefordert sich neu zu sortieren

Doch um welchen Weg oder Welche Richtungsänderung handelt es sich denn im speziellen? Um ehrlich zu sein habe ich da keine gefestigte und klare Antwort parat. Im Grunde geht es in erster Linie um loslassen. Das kann sich auf das Materielle beziehen, auf mein Ego, auf all die Bedürfnisse, die ihren Ursprung in meinem Ego finden. Es geht auch darum authentischer zu sein, sich mehr daran zu orientieren, was ich mit meinem Dasein bei anderen positives, und in letzter Instanz dann wieder bei mir Selbst, bewirken kann. Es geht um den Respekt vor anderen, um Wertschätzung dessen was sich vor mir ergibt, auch geht es um Gelassenheit, Dankbarkeit und Demut. Zusammenfassend könnte man es nun schon auch als Steigerung des Bewusstsein bezeichnen und vor allem aber den Weg zu Finden, der der Intention des Selbst am nächsten kommt.

Es gibt ein Zitat, das ich lange Zeit eher abgetan und wenig Bedeutung zugemessen habe

Wir haben keinerlei Wahl unser gestecktes Lebensziel zu verfehlen. Wir haben nur die Wahl aufrecht da hin zu gehen oder sich von dem, was wir Schicksal nennen mögen, da hin treten zu lassen…

Nachdem mich mein „Schicksal“ die letzten Monate so durch-gebeutelt hat, ist der Wert dieses Zitates wohl zu einem meiner Leitsprüche aufgestiegen. Ich habe eben an altem festgehalten, Dinge, die mit meinem Wissensstand nicht mehr resonant sein sollten nicht abgestoßen, habe alte Komfortzonen nicht verlassen wollen, alte Gewohnheiten nicht transformiert. Damit habe ich mich nicht dem Weg meines Selbst angeschlossen, bin nicht  mitgegangen, habe mich schlussendlich viel zu sehr mit meinem Ego identifiziert. In hellen und bewussten Momenten bin ich daher sehr dankbar, dass mich mein Selbst durch seine Kreation wieder auf den „Weg“ gebracht hat. Mir ist nun klar, dass wir eben keine Wahl haben unser Lebensziel zu verfehlen, aber dennoch entscheiden können ob wir einen angenehmen und erfüllten Weg beschreiten oder ob wir uns durch unseren Widerstand nur widerwillig und mit viel Leid dort hintreten lassen.

Ein Video von Bruce Lipton, ein Visionär und Begründer der Epigenetik, hat ein sehr anschauliches Video zu dem Thema Chaos kreiert. Chaos, als solches ist unausweichlich um von Zustand A zu Zustand B zu kommen, daher sollte auch ich mir auf die Fahne schreiben, dass Chaos und alles was damit einhergeht, nicht weiter als ein Tranformationsvorgang ist, den es Dankbar anzunehmen gilt und vor dem man keine Angst und Panik haben sollte. Denn genau dieses Chaos ist notwendig um altes durch neues zu ersetzen.