Die letzten 8 Monate meines Lebens sind ganz anders verlaufen als Ich, genaugenommen mein Ego, mir das vorgestellt habe. Nachdem ich vor knapp 2 1/2 Jahren meine Depression hinter mir gelassen habe, ist mit zunehmender Gesundung gleichzeitig auch mein Ego mit angewachsen. Wenn ich vom Ego spreche meine ich den Teil von mir, der sich aus Konditionierungen, Glaubenssätzen und vor allem den weltlichen Versuchungen wie z.B Geld, Drogen, Gier und Arroganz zusammensetzt und definiert.

Ich bin also Hochmütig geworden, habe in der Illusion gelebt, ich sei erfolgreich durch das tiefe Tal durchgegangen und könne mein Leben nun befreit und glücklich leben. Das Ego, welches mich anfangs in die Depression getrieben hat, ist nun in anderer Form aufgetreten und hat mich nicht weniger als zuvor im Würgegriff gehabt. Viele mir nahestehende Menschen um mich herum haben schon früh erkannt, dass ich mich mal wieder auf einem Irrweg befinde und haben mich eindeutig gewarnt, dass mich mein Verhalten über kurz oder lange wohl wieder in die nächste Krise treiben könnte. Mit einer gewissen Distanz zu dem eigenen Verhalten ist es interessant zu sehen, in welch subtiler Art Selbstlügen und das Ego Einfluss auf mich geübt und noch immer im großen Maße üben. Die von mir geschriebenen Texte auf meinem Blog, habe ich selbst nicht verinnerlicht. Theoretisch habe ich ihn mit dem Verstand erfasst, jedoch keine wahren Erkenntnisse gemacht und demzufolge nicht in mein leben implementiert. Hätte ich nachdem gelebt, was ich so großspurig propagiert habe, wäre ich mit Sicherheit nicht wieder so tief gefallen, wie es die vergangenen Monate der Fall war.

Mitte des letzten Jahres ist bei mir, wie im Jahr zuvor schon einmal, der linke Nasenwinkel eingerissen. Ein kleiner Riss der ersten Hautschicht, weder gefährlich noch weiter Schlimm, nur eben ziemlich unangenehm und sehr einschränkend, was die Mimik im Gesicht anbelangt. Ein „Problem“, das ich mit meinem Widerstand und mit meiner Angst und Panik, zu einem Ungetüm aufgeblasen habe. Stellenweise habe ich nicht mehr gesprochen, weil ich der Auffassung war, dass der Riss so nicht abheilen kann. Knapp 6 Monate habe ich nicht gelacht, nicht weil mir nicht auch manchmal zu lachen zu Mute war, sondern weil ich der Überzeugung war, dass das Lachen zu einer Verschlechterung meiner Situation an der Nase beitragen würde. Alles in Allem also eine selbst kreierte Hölle, wie sie im Buche steht.

All meine Versuche diese Stelle in die Heilung zu bringen, sind gescheitert. Ich bin zu eine Fülle an Ärzten, Heilpraktikern und Heilern gegangen ohne wirklichen Erfolg. Ein Hoffnungsschimmer nach dem anderen hat sich nach und nach verabschiedet. Diese Vorgehensweisen hatten jedoch immer wieder einen gemeinsamen Nenner, den der Suche nach Lösungen und Heilung im außen, und damit die nicht Übernahme der Verantwortung. Ich habe mich auch sehr viel damit auseinandergesetzt, was mir dieses Symptom mitteilen will, da ich im Grunde weiß, dass hinter jedem physischen Symptom eine seelisch-geistige Ursache steckt. Dennoch habe ich mich immer wieder dabei ertappt, wie ich diese Erkenntnis immer wieder angezweifelt habe, obwohl ich meinte, diese Erkenntnis bereits verinnerlicht ( und erst damit tatsächlich „gemacht“ zu haben). Dem war aber nicht so.

So habe ich mich ständig im Kreis gedreht. Von der Überzeugung, dass alles was ist im Grunde immer für uns geschieht und eine Chance ist daran zu wachsen, bis hin zu der kompletten Einnahme der Opferrolle und dem Glauben ein Opfer meines Schicksals zu sein. Ein Wechsel zwischen Resignation und des Erkennens eines Tieferen Sinnes.

 Das Selbst, als unser Wahres Sein, jenes, mit dem mir auf die Welt kommen, hat ein bestimmtes Ziel. Es hat einen gewissen Plan für die Erfahrung, die wir hier auf der Erde machen.  Viele Bedürfnisse, Wünsche und Begierden, die wir alltäglich  Wahrnehmen entstammen nicht unserem Höheren Selbst, sondern unseres Egos, welches sich durch Umfeld, Konditionierungen und Glaubenssätzen geformt  wie  geschichtete Zwiebelschalen um unser Selbst legt. Tückisch ist hierbei, dass wir uns meist sehr stark damit Identifizieren und die damit einhergehenden Gedanken, Gefühle und Emotionen als die unseren bezeichnen. So habe ich mich mal wieder von diesem unsichtbaren Schleier in die Irre führen lassen. Ich habe auf vielen Ebenen ein wahrlich „ekliges“ Verhalten an den Tag gelegt, war in erster Linie nur auf mein eigenes Wohl bedacht, habe wenig Acht darauf gegeben, welche Konsequenzen mein selbstsüchtiges Verhalten bei anderen und in letzter Instanz dann selbstverständlich auch bei mir auslöst. Denn wir Ernten eben nur das, was wir Säen. Dieses kosmische Gesetz ist mir spätestens in den letzten Monaten erst so richtig bewusst geworden.